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aDNA-Analysen an Moorleichen

Die Moorleichen, die das Museum für Archäologie Schloss Gottorf zeigt, sind ein absoluter Publikumsmagnet. Das Interesse von Wissenschaftlern ist daran nicht minder groß. In einem aktuellen Projekt untersuchen Forscher Proben, in der Hoffnung, daraus menschliche DNA aus der Römischen Kaiserzeit in Schleswig-Holstein zu generieren und zu erhalten. Diese könnte zu wichtigen Informationen über jene Zeit führen. 

 

In der Dauerausstellung des Museums für Archäologie Schloss Gottorf werden fünf Moorleichen aus der Römischen Kaiserzeit (1.–4. Jahrhundert n. Chr.) gezeigt, darunter das weltbekannte „Kind von Windeby“. Sie stellen auch aufgrund ethischer Aspekte ein besonders sensibles Sammlungsgut dar. Alle sind durch verschiedene wissenschaftliche Methoden weitgehend erforscht.

Wir können Aussagen zu Alter, Geschlecht, Aussehen, Bekleidung, Ernährungszustand, Krankheiten und Todesursache machen. Jegliche erneute analytische Untersuchung der im Museum verwahrten Moorleichen bedarf daher einer umfänglichen Abwägung im Hinblick auf den erhofften Erkenntnisgewinn, gerade wenn dafür eine invasive Probenentnahme – wie bei einer Untersuchung alter DNA (aDNA) – notwendig ist.

Die relativ neue molekularbiologische Methode der Untersuchung von Erbgut an vorgeschichtlichen menschlichen Überresten wurde an den Moorleichen im Bestand des Museums erstmals 2003/2004 am „Kind von Windeby“ durchgeführt. Im Rahmen einer Neubearbeitung hatten sich für die vormals als weiblich bestimmte Moorleiche Hinweise auf ein männliches Geschlecht ergeben. Die von einem kanadischen Labor durchgeführte Analyse, die ebenfalls ein männliches Geschlecht bestimmte, blieb allerdings mit Unsicherheiten behaftet und wurde nie durch eine zweite Analyse überprüft.  

Seit 2016 besteht ein Kooperationsvertrag der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf mit dem Labor für alte DNA am Institut für Klinische Molekularbiologie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Im Rahmen dieser wurden 2018 die Schädel des „Kindes von Windeby“ und des Moorskeletts von Kühsen beprobt, auch weil mittlerweile neue Techniken der Sequenzierung und verbesserte Extraktionsmethoden aus kleinsten Probenmengen ganze Genome erzeugen können.

Ziel ist es damit für die Römische Kaiserzeit in Schleswig-Holstein menschliche DNA zu erhalten, an der eine Geschlechts- und Verwandtschaftsanalyse, eine Untersuchung auf das Vorhandensein von Krankheitserregern und vielleicht sogar eine Phänotypisierung (z.B. Augen- und Haarfarbe) durchführbar ist. Im Abgleich mit bereits im aDNA-Archiv vorhandenen anderen Daten soll geprüft werden, ob die kaiserzeitlichen Genome aus Schleswig-Holstein sich einer Gruppe zuordnen lassen und ob Wanderungsbewegungen sowie Vermischungen auf genetischer Ebene feststellbar sind.

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