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Schenefeld gräbt aus

Wissenschaft zum Anfassen: In Schleswig-Holstein laufen die Vorbereitungen für ein ganz besonderes Citizen Science-Projekt. Das Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie (ZBSA), das Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein sowie das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik und die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel richten erstmals in Deutschland ein archäologisches Ausgrabungsprojekt für Bürgerinnen und Bürger einer Gemeinde aus. An zwei Wochenenden im Mai und Juni erhalten die in Schenefeld (Kreis Steinburg) lebenden Menschen die Gelegenheit, ihren Ort noch besser kennenzulernen – und zwar mit den Mitteln der Archäologie.

Betreut von erfahrenen Archäologen kann jeder teilnehmen, der historisch interessiert ist, etwas in und mit seiner Gemeinde erleben und seinen Ort und seine Nachbarn einmal anders kennenlernen möchte. Vorkenntnisse sind nicht nötig. Gesucht werden zum einen Schenefelder, die mehr über die Siedlungsgeschichte ihres Ortes wissen möchten. Zum anderen aber auch Grundstückseigentümer, die Lust haben, Teil des Projektes zu sein.

Denn die Archäologen um ZBSA-Koordinatorin Ilka Rau werden im Herzen Schenefelds auf privaten wie auch öffentlichen Plätzen 20 kleine Flächen von jeweils nur einem Quadratmeter Grundfläche anlegen, um dort unter Anleitung die Bürger Suchgrabungen durchführen zu lassen. Da immer seltener Ausgrabungen außerhalb von Bauprojekten stattfinden, bringen in der Regel sogenannte Kleingrabungen einzigartige neue archäologische Funde hervor, mit denen die Geschichte eines Ortes rekonstruiert werden kann. In den meisten Fällen können die Flächen innerhalb von zwei Tagen erklärt und abgeschlossen werden.

Keine Vorkenntnisse erforderlich

Ilka Rau und ihr Institutsleiter, ZBSA-Vorstand Prof. Dr. Dr. h.c. Claus von Carnap-Bornheim, greifen mit diesem für die Archäologie in Deutschland bislang einmaligen Vorhaben auf die überragenden Erfahrungen ihrer Kollegen aus England zurück. Dort finden bereits seit Jahren mit großem Erfolg bürgerschaftliche Projekte zur Vermittlung von Wissenschaft und Forschung statt.

Die Suchgrabungen werden angelegt als Gruppenerlebnis. Geplant ist, jeweils 3 bis 4 Laienarchäologen für ein einzelnes Grabungsfeld einzuteilen. „Partizipative archäologische Ausgrabungen sind eine großartige Möglichkeit mit Familie, Freunden und Nachbarn neue Entdeckungen über den Ort zu machen, in dem man lebt. So können Citizen Science Projekte helfen, eine Gemeinde näher zusammenzubringen und die Identifikation der Menschen mit ihrem Ort zu steigern“, schwärmt Ilka Rau.

Warum findet die Premiere dieses Projekts in Schenefeld statt? Während einer Grabung des Archäologischen Landesamtes 2008 wurden nördlich der Kirche zwei Grubenhäuser entdeckt, die älter sind als der Kirchenbau und ins 8. bis 9. Jh. datieren. Weiteren Daten und Funde können evtl. das Ortsalter von Schenefeld verifizieren. In jedem Fall habe man es hier mit einem der ältesten Siedlungskontinuitäten in Schleswig-Holstein zu tun.

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