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Die Restauratorin Dorte Schaarschmidt legt in den Restaurierungswerkstätten von Schloss Gottorf einen Bodenbalken mit aufliegendem Textil aus dem Grab von Poprad frei.
Vortrag
Von Kammern, Käfern und „Kriminellen“
Das völkerwanderungszeitliche Grab von Poprad-Matejovce in der Slowakei
Dienstag 15.01.201919:00 Uhr
Museum für Archäologie Schloss Gottorf

Im Jahr 2006 wurde in der Slowakei in Poprad-Matejovce bei Baggerarbeiten zufällig einer der herausragenden Grabfunde der frühen Völkerwanderungszeit in Mitteleuropa entdeckt: das Grab eines Angehörigen der germanischen Elite, der in den späten 370er Jahren n. Chr. in zwei hölzernen Grabkammern bestattet worden ist. Dank der außergewöhnlich guten Erhaltung für organische Materialien wurden nicht nur die beiden aufwändig konstruierten Kammern, sondern auch gedrechselte Möbel und Textilien sowie Leder konserviert. Diese Objekte ermöglichen uns eine Rekonstruktion einer prachtvollen Grabausstattung, wie sie bislang aufgrund zumeist fehlender organischer Materialien unbekannt war.

Der Tote pflegte wohl zu Lebzeiten enge Kontakte zum Römischen Reich; diese kulturellen Verbindungen spiegeln sich nach seinem Tode auch im Begräbnis wieder. Doch nicht nur das Begräbnis selber kann genau nachvollzogen werden: einige Jahre nach der Bestattung wurde das Grab beraubt. Durch die genaue Analyse von Fundverlagerungen im Grab kann die Vorgehensweise der Grabräuber exakt Schritt für Schritt nachvollzogen werden.

Zahlreiche naturwissenschaftliche Analysen unterschiedlichster Objekte, darunter Käfer, Schweineknochen oder Baumpollen, beantworten darüber hinaus die verschiedensten Fragen, wie z. B.: In welchen Jahren und zu welcher Jahreszeit wurde der Mann aus Poprad bestattet? Wo kam er her, wie war er ernährt und welche Krankheiten hatte er? Wie sah seine Kleidung aus? Wie sahen die Möbel dieser Zeit aus? Wann wurde das Grab beraubt und wer war an diesem Grabraub beteiligt?

Der Vortrag gibt einen Einblick in die aktuellsten Forschungsergebnisse zu diesem Grabfund, der derzeit Gegenstand eines großen internationalen Forschungsprojektes am Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie (ZBSA) in Schleswig ist. Die Veranstaltung ist Teil der Winter-Vortragsreihe des Museums für Archäologie. Sie steht im Zeichen des 10-jährigen Jubiläums des ZBSA.

Besonders geeignet für:

Erwachsene

Moderator / Kurator

Referentin ist die Wissenschaftlerin Dr. Nina Lau.

Veranstalter

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