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Von Degen, Segeln und Kanonen

Der Untergang der Prinzessin Hedwig Sofia

29.05. - 04.10.2015

Eine Frau, ein Schiff – und schließlich der Zusammenbruch des kleinen, aber in seiner Zeit einflussreichen Herzogtums Schleswig-Holstein-Gottorf. Das ist - auf den Punkt gebracht - das Thema der Internationalen Sonderausstellung Von Degen, Segeln und Kanonen - Der Untergang der Prinzessin Hedvig Sofia. Die Schau nimmt den Fund des Wracks eines schwedischen Flaggschiffes namens  Prinzessan Hedvig Sofia zum Anlass und zeigt jene Entwicklungslinien auf, die zum Großen Nordischen Krieg (1700 – 1721) führten, an dessen Ende der Norden Europas neu geordnet wurde.

Wenige Kilometer vom Bülker Leuchtturm bei Kiel entfernt war mit der Prinzessin Hedvig Sofia am 25. April 1715 eines der größten Kriegsschiffe seiner Zeit gesunken. Die Namensgeberin des Linienschiffs war Tochter des schwedischen Königs Karl XI. und Herzogin von Schleswig-Holstein-Gottorf. Diese Konstellation war es, die Gottorf vor 300 Jahren zwischen die Fronten der Ostseemächte Schweden und Dänemark-Norwegen brachte und den Großen Nordischen Krieg auslöste. 

Die Rolle, die hier das Herzogtum unter Hedvig Sofias Ehemann Friedrich IV. spielte, wird jetzt erstmals im Rahmen einer Sonderausstellung umfassend und zugleich spannend transparent gemacht. Doch die Ausstellungsmacher richten nicht nur den Blick auf das Leben an den absolutistischen Höfen des Hochbarock, sondern räumen auch kräftig mit Seefahrer-Romantik auf. Katastrophale hygienische Bedingungen, wenig Raum für zu viele Menschen und der Tod als ständiger Begleiter bestimmten den Alltag an Bord der Kriegsschiffe.

Im ersten Teil der Ausstellung wird das prunk- und machtvolle Leben an den Höfen des frühen 18. Jahrhunderts gezeigt – Mode, Gemälde, eine versilberte Toilettgarnitur, die vermutlich Hedvig Sofia gehörte, und andere persönliche Gegenstände spiegeln die höfische Pracht des Barock.

Dem gegenübergestellt ist das Leben unter Deck. Funde vom Ostseegrund, die im Wrack der Hedvig Sofia und anderer berühmter Kriegsschiffe wie der dänischen Fregatte Lossen, dem schwedischen Flaggschiff Kronan oder auch dem dänischen Linienschiff Dannebroge gefunden wurden, erzählen eine andere Geschichte aus dem frühen 18. Jahrhundert: Kanonen, Kanonenkugeln und Waffen sowie persönliche Gegenstände wie Knöpfe, Kämme, Löffel berichten vom harten Leben auf den Schiffen und vom Sterben in martialischen Seeschlachten.

Das dritte Thema der Ausstellung schließlich schlägt den Bogen zur Gegenwart: Es geht um den Umgang mit Unterwasserfunden wie der Prinzessin Hedvig Sofia. War es Jahrzehnte lang Brauch, die Stücke zu bergen, zu restaurieren und zu konservieren, geht man heute dazu über, sie am Meeresboden zu belassen und dort zu schützen. Um dem Besucher dennoch einen Eindruck vom Wrack unter Wasser zu vermitteln, lädt die Ausstellung zu einem virtuellen Tauchgang ein. Diese Technik stammt aus dem Maritimen Museum Finnland, Kotka, das die Ausstellung im Anschluss auch übernimmt.

Die Schirmherrschaft über die Ausstellung hat die UNESCO übernommen. Schließlich ist das Wrack der Prinzessin Hedvig Sofia ein gutes Beispiel für die Einzigartigkeit des in der Ostsee erhaltenen Unterwasser-Kulturgutes.

  • Fenster in die Vergangenheit: Am 25. April 1715 versenkte der schwedische Konteradmiral Carl Hans Wachtmeister sein Flaggschiff Prinsessan Hedvig Sofia vor Bülk in der Ostsee, nachdem es in einem Seegefecht schwer beschädigt worden war.
  • Im Jahr 2008 entdeckten Taucher das Wrack, bald danach nehmen Unterwasseraräologen ihre Arbeit auf.
  • Die Untersuchungen unter Wasser haben großen Anteil an der Identifikation des Wracks.
  • War es Jahrzehnte lang Brauch, solche Fundstücke zu bergen, zu restaurieren und zu konservieren, geht man heute dazu über, sie am Meeresboden zu belassen und dort zu schützen.
  • Einige Jahre zuvor ist an der Fundstelle der Hedvig Sofia bereits ein Kanonenrohr geborgen worden.
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