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ENIGMA-Chiffriermaschine kommt nach Gottorf

Es ist ein Sensationsfund: Taucher haben vor wenigen Tagen in der Ostsee vor der Geltinger Bucht eine ENIGMA gefunden, eine komplexe Chiffriermaschine der Deutschen aus dem Zweiten Weltkrieg. Heute ist das Exponat an das Archäologische Landesamt übergeben worden, wo es registriert wird. Anschließend geht der Fund zur Restaurierung in die Werkstatt des Museums für Archäologie auf Schloss Gottorf.

Das seltene Stück gefunden haben Mitarbeiter der Kieler Firma Submaris rund um den Archäologen Florian Huber. Sie sind im Auftrag des WWF in der Ostsee unterwegs, um Geisternetze zu lokalisieren und zu bergen. Geisternetze sind herrenlose Fischernetze, die immer weiter durchs Meer treiben und so eine Gefahr für Meeresbewohner darstellen. 

Vor wenigen Tagen meldeten die Forschungstaucher von Submaris ihren spektakulären Fund: Eigentlich sah es aus wie eine „Schreibmaschine“, die sich im trüben Grün der Ostsee in einem der Netze verheddert hatte. Aber unmittelbar nach der Bergung erkannten die Wissenschaftler die historische Bedeutung dieses Fundes: Ihnen war doch tatsächlich eine ENIGMA buchstäblich ins Netz gegangen.

„Der Fundort und die Fundumstände sind für uns immer ein wichtiger Teil bei der Beurteilung einer Entdeckung. Der Unterwasserfund der ENIGMA in der Geltinger Bucht gehört zu einem speziellen Teil der Geschichte Schleswig-Holsteins. Aufgrund seiner zeitgeschichtlichen Bedeutung kann er sogar als nationales Kulturgut angesehen werden. Deshalb ist es so wichtig, dass solche Funde an die zuständige Stelle, in diesem Fall das Archäologische Landesamt, gemeldet werden: damit sie der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt und professionell konserviert werden können“, so die Gebietsdezernentin u. a. des Kreises Schleswig-Flensburg und Unterwasserexpertin, Dr. Stefanie Klooß, die schon oft mit dem Team um Florian Huber zusammengearbeitet hat.

Dr. Ulf Ickerodt, Direktor des Archäologischen Landesamtes und Landesarchäologe des Landes Schleswig-Holstein, dazu: „Mit solchen Zufallsfunden, wie der Enigma, erfasst die landesarchäologische Forschung mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs einen Zeithorizont, der Jahr für Jahr, mit größer werdenden zeitlichem Abstand, zunehmend aus dem Blickfeld zu geraten droht. Trotz aller technikgeschichtlichen Faszination, bei der es nicht nur um Kryptographie, sondern auch um die Frühphase der modernen Informationstechnologie geht, sind sie willkommener Anlass, uns mit dieser Phase unserer Geschichte auseinanderzusetzen.“

Was passiert jetzt mit der ENIGMA?

Um den Korrosionsprozess aufzuhalten, ist es notwendig, dass die Enigma in einem Bad aus destilliertem Wasser gelagert wird. So werden die Chloride herausgespült und die Zersetzung, die an der Luft schneller vonstatten geht, aufgehalten. Dort bleibt sie rund ein Jahr. In der Zwischenzeit darf sie aber auch zu Dokumentationszwecken, zum Röntgen oder auch schon zur partiellen Freilegung für kurze Zeit herausgenommen werden.

Ebenfalls wird von den Experten ein Restaurierungskonzept erarbeitet, das bedeutet, dass analysiert wird, wie der besondere Fund ausgestellt werden kann, wie sich die Materialien restaurieren lassen und ob möglicherweise der Öffentlichkeit ein Blick ins Innere gestattet werden kann. „Sobald die Restaurierung der Enigma abgeschlossen ist, werden wir den Fund selbstverständlich umgehend im Museum auf Schloss Gottorf prominent präsentieren und ausstellen“, so Dr. Ralf Bleile, bevollmächtigter Direktor des Archäologischen Landesmuseums.

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